Review: Da oide Schlog – Mit voia Wucht

Nach einer netten Konversation via E-Mail hat mir Stefan die neue Scheibe von „Da oide Schlog“ für eine Review zukommen lassen. Ich war in jedem Fall bereits gespannt, weil ich schon immer etwas für Mundartrock übrig habe, sei es BAP, die Rodgaus, Flatsch oder die Spider Murphy Gang…und auch Hans Söllner hab ich ja einige Male live gesehen. Also rein mit der Scheibe in den Player…und los geht’s.

Schon das erste Stück macht Lust auf mehr, mit einem beißenden Riff geht’s los und der bayrische Bluesrock geht direkt ins Ohr. „Der oide Schlog“ ist ein gelungener Opener, der sich in den Gehörgängen festsetzt. Mit „Grattler“ geht’s ordentlich bluesig weiter, mit einem Text der einem Schmunzeln lässt – so nen Typ kennt nämlich jeder. Auch der „Hoizbergschubser“ passt gut ins Konzept und punktet mit schönen Trompeteneinwürfen…hier punktet die Band aber noch mehr…auch Saxophon, Säge kommen zum Einsatz

„Glutenfrei“ kommt im Country-Rock-Style daher und hat wieder einen Text, der nicht nur zum lächeln, sondern auch zum Nachdenken anregt – was braucht man wirklich!

„Handwerksleid“ hat ebenfalls schöne Bäsersätze, ein starkes Gitarrensolo und bluesrockt fein daher. Dann folgt „Alois“….eine Homage an den „Münchner im Himmel“…ich habs gefeiert. Schon für den Song lohnt es sich die Scheibe zu kaufen (…ich stand da halt früher schon drauf) ….ich sag mal: GOIL.

„Hells Oma´s“ drückt dann im AC/DC Style los und macht ebenfalls richtig Spaß. Dann widmet sich dem Band, dem Herrn der Hölle. „Da Deife“ gibt unseinen bluesigen Eindruck des Fürsten der Finsternis – na habt ihr nen Deal an ner Straßenkreuzung gemacht ;-)

„Rehragout Rock“ passt auch gut…und ich krieg Hunger….dem Waidmann wird mit einem schönen Trompetensolo gehuldigt. Passt!!! „Gstanzl“ ist eine gute Mischung aus Rock und bayrischer Volksmusik und die Tuba drückt den richtigen Bass von hinten in den Song.

„Der Nachbar“ geht jetzt wieder eher rockig zur Sache und man kann hier schon sagen, dass die Scheibe sehr abwechslungsreich ist, aber stilistisch doch wieder gut zusammenpasst. In jedem Fall ein sehr interessantes Konzept. „Massenphase“ ist wieder voll im Bluesrock beheimatet und zeigt, dass die Jungs in der Lage sind Musik zu spielen, die Live sicher einige dazu bringen wird, ordentlich mit abzurocken.

Nun widmet sich die Band einem echt wichtigen Thema…den „Wurstsemmen“. Bluesgitarren mit Tuba…supa!!! …und endlich huldigt mal jemand den kulinarischen Köstlichkeiten, die wirklich wichtig sind auf dieser Welt…plus dem Durst auf Bier den man dabei bekommt.

Jetzt folgt „Schanierl“, fast schon baladesk am Anfang, ruhiger aber textlich wieder gut gelungen. Den Abschluss bildet dann die „Bayernhymne“, um dem Lokalpatriotismus und der dazugehörigen Mundart noch mal richtig zu huldigen. Traditionelle Stücke neu gespielt, sind eigentlch immer gut, vor allem dann, wenn sie irgendwann richtig ordentlich rockig anschieben. Fast schon Punkrock würd ich sagen.

Alles in allem wirklich gut gelungen. In der Produktion könnte noch etwas passieren, aber die Ideen machen das locker weg. Das Promoportal-germany gibt für ein tolles Konzept mit ordentlichem Spaßfaktor 9 von 10 Punkten….weiter so Jungs!!!....und hoffentlich auch mal Live!!!

 

Line Up:

 

Stefan Breu: Gesang, Bass, Tenorsaxophon, Säge

Stefan Kolbeck: Gesang, Gitarre, Trompete

Michael Pongratz: Gitarre, Mundharmonika

Alexander Ritzler: Schlagzeug

 

Tracklist:

 

Da oide Schlog

Grattler

Hoizbergschubsa

Glutenfrei

Handwerksleid

Alois

Hells Omas

Da Deife

Rehragout Rock

Gstanzl

Der Nachbar

Massenphase

Wurstsemmen

Schanierl

Bayernhymne

 

Spielzeit 55 Minuten