Review: Paul McCartney - McCartney III

Label: CAPITOL Jahr: 2020 Running Time: 44:48 Kategorie: Neuerscheinung Non Metal

(S.B.) Das ich mal ein Album von einem meiner größten Helden, Mister Paul McCartney besprechen würde, wäre mir am Anfang meiner Schreiber-Karriere, nicht im Traum eingefallen. Und dann bekommen ich das Teil auch noch mit einem kleinen Promo-Säckchen, samt dreier Würfel zugeschickt.

Rechnerisch sind wir hier wohl beim neunzehnten Solo-Release. Achtundsiebzig Lenze jung und immer noch nicht müde. Klar, mittlerweile hört man seiner Stimme an, das er nicht mehr der kräftigste Sänger ist aber sein altes Flair hat er voll im Griff. Zu bewerten ist vorliegender Silberling sicherlich nicht ganz einfach, hat der ex-The Beatles Mit-Fronter, nur selten in dieselbe Trick-Kiste gegriffen. Elf Beiträge sind es geworden, wobei man den Opener „Long Tailed Winter Bird“, erst Mal mit Vorsicht genießen muss, da das instrumentale Stück, etwas aus dem Rahmen herausfällt. Paul, der fast die gesamte Produktion selber übernommen hat, George Martin (auch der fünfte Beatle genannt) hat gerade mal „Winter Bird / When Winter Comes“ mitproduziert und Greg Kurstin (Pink, Sia) half bei „Slidin´“ aus, zeichnet sich auch für den Einsatz von Gesang, Gitarre, Bass, Klavier, Cembalo, Keyboards, und dem Wurlitzer Electric Piano verantwortlich.

Also ein echtes Solo-Werk. Lediglich auf „Slidin´“ gab es Unterstützung von Rusty Anderson (begann seine Zusammenarbeit mit Paul im Jahr 2001) an der Gitarre und Abe Laboriel Jr. am Schlagzeug. Wie der Leser bereits erahnen konnten, handelt es sich um insgesamt neun neue Nummern und zwei nachgearbeiteten ältere Lieder. Paul der live durch die Covid 19 Situation ausgebremst wurde, begab sich in sein Studio (Hog Hill Studios in Sussex) und nutzte Vintage Instrumente und Recording-Geräte um seinen teilweise kruden und minimalistischen Kreationen gerecht zu werden. Es handelt sich somit mitnichten um Mainstream-Hits oder auf melodisch angesetzte Pop-Chartbreaker, wie er in den 80er-Jahren komponierte.

Man bekommt den warmen Charme mancher Wings-Momente und eine Reise durch Paul musikalischen Karriere der Post-The Beatles-Ära. Dazu ein gewisses Flair von handelsüblichen McCartney-Balladen, Nuancen von der späten Johnny Cash Atmosphäre auf „Woman And Wives“ und durchdringenden Soul. Vielleicht nicht das beste Werk des Briten aber facettenreich und charmant in seiner Ausrichtung.

Weiter so! Note: 8 von 10 Punkten