Review – Beth Hart – Live At The Royal Albert Hall

 

Wahnsinn was für ein Auftakt!!! Die Live DVD, die Beth Hart heute über Mascotlabelgroup veröffentlicht ist jeden Cent wert. Beth Hart schreitet zu Beginn des Konzerts, und genauso dann auch auf der DVD zu sehen, entlang der Gänge. Nur sie in einem engen schwarzen Kleid und ihr Mikro in der linken Hand. Sie singt völlig akapella und begrüßt ihre Fans mit Umarmungen und Handschlägen. Das Licht ist gedämmt und alles reduziert sich auf das Wichtigste: Ein Lichtstrahler lässt sie glänzen. Und ihre Stimme ist einfach echt und atemberaubend. Sie ist eine Ausnahmekünstlerin, die überzeugt, und das nicht nur in der Szene. Und genau dies beweist sie auch direkt mit dieser Performence von „As Long As I Have A Song“. Für „For My Friends“ bittet die dann ihre Jungs (Jon Nichols – Gitarre und Hintergrundgesang, Bill Ransom – Schlagzeug und Bob Marinelli – Bass) loszulegen. Und die Band macht ordentlich Dampf. Gitarre, Bass und Schlagzeug sorgen für ordentlich Druck und Action und unterstützen ihre gewaltige Stimme demnach quasi perfekt. Für „Lifts You Up“ fordert sie das Publikum zur Aktivität. Die Fans singen stehenderweise mit und reagieren auf jegliche Aufforderungen. Das Konzert scheint wie erwartet eine riesige Party zu sein. Mit extrem weichen und seichten Bluesklängen folgt „Close To My Fire“. Ihre rauchige Stimme kommt hier perfekt zur Geltung und auch ein Gitarrensolo ist zu genießen.

 

Bei „Bang Bang Boom Boom“ begleitet sie sich selbst mal eben am Klavier. Und das „einfach mal eben“ meine ich auch genauso. Es scheint sie keineswegs anzustrengen oder zu fordern. Sie genießt es und spielt weiterhin durch ihre Blicke mit dem Publikum. Und genauso geht es auch mit „Good As It Gets“ weiter. Sie strahlt eine unglaubliche Freude und Spaß aus und schafft es so wirklich jeden mitzunehmen. Gleiches gilt auch für den nächsten Song „Spirit Of God“. In „Baddest Blues“ steht sie mit ihrem Gesang und dem Klavier zunächst voll und ganz im Vordergrund. Erst Stück für Stück setzten die weiteren Instrumente ein und unterstützen die Dramatik und Melancholie, die von Beginn an mitschwingt. Bei „Sister Heroine“ begleitet sie sich selbst ebenfalls am Klavier und singt sehr emotional. Als „Abwechslung“, die sich schön einfügt, möchte ich hier unbedingt das grandiose Gitarrenspiel nennen. Es unterstreicht die Intensität und Dramatik des Themas zusätzlich. Danach geht es mit „Baby Shot Me Down“ wieder flotter und vor allem rauchig sexy weiter und man sieht ihr die Lust am Spielen mit dem Publikum an. Die verzerrten Gitarrenlinien setzten gleichzeitig passende Akzente und verstärken ihr „Schreien“. Für „Waterfalls“ lädt sie dann das Publikum wieder zum aktiven Mitsingen ein. Und so entsteht bei mir eine Gänsehaut. Es ist einfach grandios und der absolute Wahnsinn, welche Magie oder auch Macht sie ausübt und wie sie alle Anwesenden in ihren Bann zieht. Bei „Your Heart Is As Black As Night“ sitzt sie „entspannt“ auf einem kleinen Hocker und wirkt so eher so, als würde sie eine Geschichte erzählen.

 

Mit ordentlich Action und „Boggie Blues“ geht es mit „Saved“ weiter. Hier bespielt sie wieder die ganze Bühne und performed bis ins Detail. Bevor sie selbst bei „The Ugliest House On The Block“ Akustikgitarre spielt, erläutert sie die Hintergründe des Songs. Während des Spielens und Singens strahlt sie in einer Tour. Sie scheint die Gedanken und das aktuelle Konzert einfach in vollen Zügen zu genießen. Und genau dies strahlt auch bis zu mir. Bei „Spiders In My Bed“ spielt sie ebenfalls Akustikgitarre und die positive Stimmung bleibt. Zurück am Klaviert spielt und singt sie „Take It Easy To Me“. Diese Ballade ist so enorm emotionsgeladen und sie bringt diese Gefühle durch ihre Stimme so intensiv rüber, wie man es nur selten erlebt. Eine weitere Unterstützung oder Begleitung durch andere Instrumente ist nicht nötig. Danach folgt, genauso rein mit Klavierklängen zu ihrer Stimme, „Leave The Light On“. Sie erzählt dem Publikum zu diesem sehr intimen Song einige Hintergrundinformationen, die sich auf ihren eigenen Tiefpunkt und „Zusammenbruch“ beziehen und die Menschen, die sie aufgebaut und unterstützt haben. Hierbei spürt man ihre völlige Hingabe zur Musik, denn sie kämpft mit den Tränen. Diese Ehrlichkeit gegenüber ihren Fans ist einfach faszinierend und wird mit stehendem Applaus honoriert. Der Song „Mama This Is One´s For You“ ist laut ihren Aussagen immer eine der schönsten Stellen ihrer Konzerte. Zudem freut sie sich, wirklich wie ein „kleines Kind“, dass ihre Mutter an diesem Abend ebenfalls im Publikum in der Royal Albert Hall ist. Sie performed diesen Titel, genauso wie „My California“ ebenfalls am Klavier. Danach geht es mit der gesamten Band actionreich weiter. „Trouble“ ist ein einfach klassischer Bluestitel und perfekt gesungen und gespielt. Ähnliches gilt für „Love Is A Lie“. Hier kommt ihre sexy rauchige und zudem extrem kräftige Stimme besonders zur Geltung.

 

Generell scheint sie nicht mehr vom Klavier weg zu kommen. Sie begleitet sich jeden dieser Songs. Dies gilt auch für „Picture In A Frame“. Der Titel ist wieder etwas ruhiger, aber keineswegs eintönig. Zum Abschluss ist sie dann doch nochmal ohne Klavier zu genießen. Bei „Caught Out In The Rain“ ist ihre intensiv eindringliche Bluesstimme nochmal komplett im Vordergrund. Aber auch ein grandioses Gitarrensolo darf nicht fehlen. Sie überzeugt und gibt zum Schluss nochmal alles. Und trotz zwei Stunden Konzert scheint ihre Stimme keine Sekunde gelitten zu haben oder angestrengt zu sein. Es ist einfach der absolute Wahnsinn!!!

Und zusätzlich sind auf der DVD auch noch ein Interview mit ihr und diverse Eindrücke hinter den Vorhang für auch zusammengestellt.

 

Promportal-Germany vergibt einfach diskussionslos 10 von 10 Punkten!!!

 

Tracklist:

1. As Long As I Have A Song

2. For My Friends

3. Lifts You Up

4. Close To My Fire

5. Bang Bang Boom Boom

6. Good As It Gets

7. Spirit Of God

8. Baddest Blues

9. Sister Heroine

10. Baby Shot Me Down

11. Waterfalls

12. Your Heart Is As Black As Night

13. Saved

14. The Ugliest House On The Block

15. Spiders In My Bed

16. Take It Easy To Me

17. Leave The Light On

18. Mama This Is One´s For You

19. My California

20. Trouble

21. Love Is A Lie

22. Picture In A Frame

23. Caught Out In The Rain