Review – Anderes Holz – Fermate

 

Durch neue Bekannte flatterte nun die tolle Scheibe „Fermate“ des Progressive Folk Rock Trios „Anderes Holz“ zu uns. Schon aus den Bandinfos heraus ist zu erfahren, dass sie mit „bewusst aufs Wesentliche reduzierte Instrumentarium“ spielen. Dies sind Bass, Schlagzeug und eine Waldzither.

 

Letzteres steht beim Opener „Mosaik“ auch direkt im Vordergrund. Gleichzeitig wird mit dem Gesang in deutscher Sprache gespielt. „Ein Geheimnis“ beginnt mit harten Breaks und gekonnt verzerrten Zitherlinien. Bei rund sieben Minuten Spieldauer spielt das Schlagzeug Marschsounds und der Gesang verstärkt das Ambiente. Später folgt ein „wildes Wirrwar“. Demnach bietet der Titel in seinen rund 13 Minuten Gesamtdauer einiges. Flotter folgt dann „Dysfunktion“. Gesanglich ist dieser Song besonders facettenreich. „Die Flamme“ beginnt mit einigen wenigen ruhigen Takten, bevor die Zither Vollgas gibt um sich, sobald der Gesang einsetzt, zunächst wieder zurück zu nehmen. Auch dieser Sing bietet in rund sechs Minuten Vielfalt. Weiblicher Gesang kommt dann in „Lippen aus Schnee“ hinzu. „Plankton“ fügt sich ebenfalls mit Facettenreichtum nahtlos ein. Insgesamt ist es wieder ein größtenteils flotterer Titel. Dies gilt auch für „Die Stadt“. Wobei der Gesang hier phasenweise sehr düster und bedrohlich wird, bevor er verzerrter sogar „drohend“ wird. „Judo“ ist ein Titel, bei dem sehr mit verzerrten und verzogenen Instrumentenlinien gespielt wird. Es erinnert mich an Anfänge von alten Industrialsongs, da keine Instrumente als solche erkennbar sind. Viele Töne und Klänge könnten mit anderen Gegenständen erzeugt werden. Dies ändert sich erst bei rund vier Spielminuten, kehrt aber in den rund 13 Spielminuten immer wieder. Gleiches gilt für den Beginn von „Die Bange Nacht“. Wobei dieser Titel insgesamt harmonischer und für den Großteil der menschlichen Ohren und des Musikgeschmacks melodischer ist. Temporeicher beginnt dann als Abschluss „Der große Zampano“. Mit Einsetzen des Gesangs wird der Titel insgesamt weicher. Generell wechselt sich dies ab. Die Zither erhält hier auch erneut gesonderte Aufmerksamkeit. Der Gesang passt sich dem an.

 

Promoportal-Germany vergibt 7 von 10 Punkten, denn das Album bietet vor allem viel Abwechslung innerhalb der einzelnen Titel und wird im Genre sicher seine Anhänger finden.

 

Tracklist:

1. Mosaik

2. Ein Geheimnis

3. Dysfunktion

4. Die Flamme

5. Lippen aus Schnee

6. Plankton

7. Die Stadt

8. Judo

9. Die Bange Nacht

10. Der große Zampano