Review – Milian Otto – Wahnwitz und Gelegenheit

Milian Otto ist ein vielfältiger Künstler. Als Schauspieler hatte er unter anderem Festengagements in Düsseldorf und Zürich und wird 2018/2019 zum ersten Mal in der Roman-Adaption „Adam und Evelyn“ auf der Kinoleinwand zu sehen sein. Durch seine Liebe und Leidenschaft geprägt hat er „Lust an der Sprache“, „Lust am Erzählen“ und den „Willen, gehört zu werden“. Demnach folgt nun das Debutalbum „Wahnwitz und Gelegenheit“ als Liedermacher. Ganz nach dem Motto „Weniger ist Mehr“ schreib er seine Titel selbst, reduzierte den Instrumenteneinsatz auf ein Minimum und spielte alle Songs in Eigenregie ein.

Thematisch sind die Lieder mit wirklich echtem Inhalt gefüllt. Bereits das „Plädoyer“ thematisiert das menschliche Sein mit dem Fazit, dass zwei Menschen gemeinsam ein „Wir“ sind und zugleich immer noch zwei eigenständige Individuen bleiben sollten. „Schattenseite“ zeigt sehr deutlich den Sinn bzw. Unsinn des grandios vielfätigen Konsums und der unzähligen Möglichkeiten und entsprechender Ursachen und Folgen. Unterstützt wird es immer wieder mit dem Ausspruch: „Hurra, das ist der Mensch!“. Aber auch sehr persönliche Aspekte werden thematisiert, „Mich“, „Trauriges Lied“, „Krux“, „Sperrgebiet“ und „Nachtwache“. Zudem werden auch „einfach nur“ Geschichten bzw. Träumereien, „Tagtraum“ und „Der weiße Turm“ oder das Finden von genau DEM Partner fürs Leben, „Leora“ besungen. „Sonnenwende“ ist musikalisch ein sehr harmonisches und melodisches Lied. Bei „Trotz alledem“ ist zu bemerken, dass die Melodie sich auf ein traditionell schottisches Lied beruft, der Text aber von Milian selbst verfasst wurde, diesmal wieder mit politischem Thema.

Als Zusatz gibt es ein kleines Booklet mit allen Texten.  

Als Anspieltipps empfehlen wir euch „Plädoyer“ und „Schattenseite“.

Promoportal-Germany vergibt 8 von 10 Punkten.

Trackliste:

1. Plädoyer

2. Schattenseite

3. Mich

4. Tagtraum

5. Leora

6. Trauriges Lied

7. Krux

8. Sonnenwende

9. Sperrgebiet

10. Trotz alledem

11. Nachtwache

12. Der weiße Turm