Review – Black Stone Cherry – Family Tree

Was für ein Brett. Direkt die ersten Takte des neuen Albums „Family Tree“ von „Black Stone Cherry“ haben mich überzeugt. Veröffentlicht wird es am 20. April. Doch das lange Warten lohnt sich. Freut euch auf Blues von der feinen Sorte mit starken Riffs, harten und zugleich gefühlvollen Drums, klaren Breaks, gigantischen Soli und jeder Menge Rock.

Direkt der Opener „Bad Habit“ zeigt was kommt. Strak angezählt ist man mitten im Song und genießt den Blues. Und mittendrin folgt ein Gitarrensolo, welches volle Aufmerksamkeit erzeugt. Sehr harmonisch startet dann „Burnin`“, wobei der Rock durch die Breaks, phasenweise verzerrte Instrumentenlinien und den teilweise rauen Gesang Akzente setzen und überzeugen. Und was gehört natürlich noch zum Blues? – richtig, klimpernde Klavierklänge. Und die bekommen wir in „New Kinda Feelin`“ zusammen mit wahnsinnigen Gitarrenriffs. „Carry Me On Down The Road“ ist dann extrem klassisch. Eröffnet mit einem starken Gitarrensound kommen die Drums verstärkend hinzu, bevor der Gesang extrem gefühlvoll, schon fast soulig rockig hinzukommt. Und die Gitarrenlinie bekommt in der Songmitte erneut ihren Höhepunkt mit einem tollen Solo. Weich und harmonisch gefühlvoll geht es dann mit „My Last Breath“ weiter. Die Ballade ist einfach gigantisch, alles passt und stimmt und um die Stimmung auf ganzer Linie zu untermalen, kommt später noch ein Chor im Hintergrund dazu. Mit verzerrten elektronischen Stimmen startet dann „Southern Fried Friday Night“, bevor auch hier wieder der kräftige Blues durchkommt. Bei „Dancin` In The Rain“ haben sich die Jungs Warren Haynes (Gov´t Mule) mit dazugeholt. Und ich muss sagen, es passt einfach. Zum einen weil er selbst einfach ein toller Musiker ist und zum zweiten, weil die Musikstile einfach zusammen passen. Der Song ist einfach toll. „Ain`t Nobody“ ist ebenfalls klassischer Blues. Die Gitarrenlinien überzeugen natürlich und das Schlagzeug gibt zudem Kraft hinein. Der Rhythmus passt und die Breaks setzen, wie auch der Chor im Hintergrund, einzelne Highlights. Beides ist auch in „James Brown“ sehr markant. „You Got The Blues“ hebt sich dann mit mehr Härte ab und jedes Instrument bekommt seine individuelle Anerkennung. Runder und rythmisch harmonischer ist dann wieder „I Need A Woman“. Die typischen Blues-Stilmittel werden bis ins Detail durchdacht, geplant und umgesetzt. „Got Me Over You“ ist ebenfalls weitestgehend sehr rythmisch und taktvoll, wobei einzelne „Passagen“ durch Breaks, harte Drums und kräftige Riffs hervorstechen. Dies gilt ebenfalls für den Gesang. Abgerundet wird die Scheibe mit dem Titelsong „Family Tree“. Und „abrunden“ ist genauso gemeint. Es ist ein runder Song zu einem runden Album. Alles scheint zu stimmen und klingt harmonisch wie aus einem Guss und handwerklich gekonnt. Jedoch sticht für meinen Geschmack kein Song als absolutes Highlight heraus. Ohrwurmqualität haben sie alle, aber das gewisse „I-Tüpfelchen“ fehlt mir.

Als Anspieltipps empfehle ich euch… Ja, was eigentlich? Alles Songs verdienen es. Aber für einen guten Einblick lege ich euch „My Last Breath“ und den Opener „Bad Habit“ ans Herz.

Promoportal-germany vergibt 9 von 10 Punkten.

Tracklist:

        1.    Bad Habit

        2.    Burnin`

        3.    New Kinda Feelin`

        4.    Carry Me Down On The Road

        5.    My Last Breath

        6.    Southern Fried Friday Night

        7.    Dancin` In The Rain

        8.    Ain`t Nobody

        9.    James Brown

       10.  You Got The Blues

       11.  I Need A Woman

       12.  Get Me Over You

       13.  Family Tree