Konzertbericht Adel Tawil – Vorprogramm Peachy und Tim Kamrad

 

Der Abend wurde von Sängerin und Youtuberin Peachy eröffnet. Peachy, die bürgerlich Ina Reni Alexandrow heißt. Ihr Auftritt war gesanglich grandios und optische ist sie eine wahre Augenweide. Durch ihre lockere und frische Art fand sie beim Publikum guten Zuspruch.

 

Als zweiter Act betrat der Westfale Tim Kamrad die Bühne. Dieser musste an diesem Abend improvisieren, da die Instrumente seiner Band nicht pünktlich vor Ort eintrafen. So entschloss er sich kurzfristig alleine mit seiner Akustikgitarre den Abend zu gestalten, da eine Absage für ihn undiskutabel war. Trotz aller Probleme im Vorfeld meisterte er diese Hürde hervorragend und verlieh durch den Akustikauftritt seinen Songs eine neue Note. Seine Hits „Chancges“, „Ruin me“ und „Down & Up“ haben gewaltiges Potential. Man kann auf seine bevorstehende Tour gespannt sein. Bereits bei „Sunrise Avenue“ konnte er sich als Einheizer erproben.

 

Ohrwürmer mit tieferen Inhalten: Adel Tawil, Solokünstler, Songwriter und Produzent zeigte dann an diesem Abend, wie anspruchsvoll Deutsch-Pop sein kann. Salah Mahmoud Eid El-Tawil, in Berlin geborener Musiker mit ägyptischen und tunesischen Wurzeln. Der 41-Jährige hat in Sachen Musik viel ausprobiert, arbeitete mit Rappern und Hip-Hoppern, war Mitglied einer progressiven Boyband und seit besagter Zusammenarbeit mit Annette Humpe auf obere Plätze in den Popcharts abonniert.

 

Zählt man Tawils in der Regel zuverlässig als Ohrwürmer mit Langzeitwirkung funktionierende Hits, dann mag man es kaum glauben, dass der Mann zwischen 2003 und 2019 nur drei Soloalben veröffentlicht hat. Mit dem Material der aktuellen, im Sommer vergangenen Jahres, erschienenen Scheibe "Alles lebt" ist Adel Tawil auf Tour – und die Rückkehr zum Live-Konzert macht dem quirligen, stets präsenten Sänger mit der samtenen Stimme sichtlichen Spaß. Seine Songs sind Mitsinghymnen. „Vom selben Stern“, „Stark“, „Stadt“ oder „Ist da jemand“, sind alle Hits geworden. Tawils Erzählung eines auf Hawaii selbst erlebten Atombomben-Fehlalarms ließ aufhorchen. „Was ich davon mitgenommen habe“, sagte er „ist, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir in Frieden leben. Wir müssen für Frieden und Toleranz kämpfen“.

 

Adel Tawil eröffnet den Abend, während er auf einem Laufband vor sich hin trabt.  Der Opener hieß „Liebe to go“, was er mit dem Laufbandgag untermalte. Es ist das Hamsterrad des Lebens, um das es bei diesem Song geht.

 

Das Bühnenkonzept ist auch etwas Besonderes: Das quadratische Podium wird von drei Seiten durch das Publikum umflutet, ein beweglicher, halbdichter Fransen­vorhang dient als Projektionsfläche, die siebenköpfige Band wird auf einem Podest von hinten auf die Bühne gefahren. Dadurch bekommt man auch von der Seite einen Einblick in das Geschehen.

 

Bei „Wir bringen die Welt zum Leuchten“ ging Adel ins Publikum. Er liebt diese Nähe und so ließ er es sich nicht nehmen, dies seine Fans spüren zu lassen. Seine insgesamt zweistündige Darbietung war geprägt von emotionalen, gefühlvollen, aber auch kritischen Texten.  Zum Schluß des Konzertes holte Tawil noch einmal Sängerin Peachy auf die Bühne, um mit ihr zusammen das Lied „Tu m’appelles“ zu performen.

 

Setlist Adel Tawil:

 

Liebe to go

Katsching

Neonfarben

Stern

Stadt

Zuhause

Ist da jemand

Neues ich

Atombombe

Wind

Wohin soll ich gehen

Stark

Hawaii

Unter demselben Himmel

Ich will nur das du weißt

Lieder

So soll es bleiben

Tu m’appelles

DNA

Pflaster

1000 Gute Gründe

Eine Welt eine Heimat

Paradies

 

Text und Fotos: Alexandra Kersten-Spengler