Liveberichts – Butterwegge, 100 Kiloherz, The Exploited und Slime – Schlachthof Wiesbaden 31.01.2026 

Der Schlachthof in Wiesbaden war gut gefüllt und man freute sich auf einen Abend mit vier Bands, die bei den Zuschauern für viel Stimmung sorgen sollten. Schon bei Butterwegge wurde dann auch ordentlich das Tanzbein geschwungen und die Fans sangen bei vielen Liedern freudig mit. Die Band machte durchweg einen starken Eindruck und hat ein Klasse-Set abgeliefert und musste auch deshalb zwei Zugaben spielen.

Dann betrat 100 Kiloherz die Bühne und mit der Stimmung ging es da weiter, wo es bei der letzten Band aufgehört hatte. Die Jungs zeigten mit viel Spielfreude was Punkrock bedeutet, und legten sich mächtig ins Zeug. Auch hier hat wirklich alles gepasst.

Dann betrat The Exploited die Bühne, auf die ich mich wirklich gefreut habe, immerhin habe ich die Band 1992 das erste Mal gesehen und dabei sogar für die Band mitgearbeitet, weil es an Securitys gefehlt hatte. Der Schock kam dann bereits nach ca. 30 Sekunden, nachdem Wattie Buchan „Lets Start a War“ angesagt hatte. Nach den ersten zwei Textzeilen ist er auf der Bühne zusammengebrochen und dann ging alles sehr schnell. Ein Tuch deckte den Platz ab und die Rettungssanitäter waren schnell vor Ort. Wattie musste ins Krankenhaus gebracht werden, war aber nach unseren Informationen ansprechbar. Dieser Vorfall trübte die Stimmung des Abends natürlich erheblich. Leider musste man auch dabei Leute erleben, denen nur wichtig war, dass die nächste Band schnell spielen würde. Was Pietät bedeutet, haben einige Menschen deutlich nicht verstanden. Ich hätte verstanden, wenn der Schlachthof oder der Headliner Slime das Konzert hier beendet hätten.

Als Slime dann früher als erwartet die Bühne betrat, machte Sänger Tex Brasket darauf aufmerksam, dass sie normalerweise mit Intro die Bühne betreten hätten, ihnen das aber nicht angemessen erschien. Ebenso sagte er, dass die Band nur spielt, weil Wattie geäußert habe sie sollten die Show zu Ende bringen.

Slime zeigte sich dann trotz allem von der besten Seite. Die Fans honorierten das und die Stimmung wurde wieder ein wenig besser. Mir gefallen die alten Songs noch immer gut, zumal ich Slime in alten Tagen mehrfach abgefeiert habe und mit dem ehemaligen Sänger Dirk „Dicken“ Jora tolle Interviews geführt und auch so manches Bier vernichtet habe. Mir gefallen die neueren Slime Songs nicht besonders gut, weil das Ganze mehr in den Mainstream-Punk abgerutscht ist und mir die alte, rotzige Gangart deutlich besser gefallen hat. Dem jüngeren Publikum scheint das aber zu gefallen und so gehöre ich wieder einmal zu den alten Männern, die etwas Früheres besser fanden…was solls.

Trotzdem möchten wir anmerken, dass der Schlachthof in Wiesbaden immer wieder ein toller Veranstaltungsort ist. In jedem Fall wünschen wir Wattie Buchan alles erdenklich Gute, mit der Hoffnung, dass er schnell wieder auf die Beine kommt…schon alleine deswegen, weil The Exploited musikalisch noch immer da sind, wo sie vor 40 Jahren auch waren.